Wissenschaftliche Grundlagen

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In der Evolution des Menschen vom Vierfüßler- in den Zweifüßlerstand kam es zur vermehrten Druckbelastung der Wirbelkörper und v.a. der Bandscheiben. Um die Belastungen für die Wirbelsäule zu verringern, wird diese durch die sogenannte autochthone (tiefliegende) Rückenmuskulatur gestützt (Bild.1). Während zu Zeiten der „Jäger und Sammler“ die „Tiefenmuskulatur“ durch die ständige Bewegung ausreichend durchblutet und die Bandscheiben durch einen „Durchwalkungsprozeß“ mit Nährstoffen versorgt wurde, ist unsere heutige Zeit durch Bewegungsmangel und einseitige Bewegungen (Büro-/Computertätigkeit etc.) geprägt. Die unmittelbare Folge ist der Abbau der stabilisierenden und schützenden „Tiefenmuskulatur“.

Bild 1: Tiefliegende (autochtone) Rückenmuskulatur an der Lendenwirbelsäule (links) und der Halswirbesäule (rechts).

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben mittlerweile belegt, dass chronische Rückenschmerzen eine kausale Folge des Abbaus der autochtonen Rückenmuskulatur sind (Steele et al., 2014). Die tiefen Rückenmuskeln von Rückenpatienten sind dabei nicht nur deutlich in ihrem Umfang reduziert, sondern es bildet sich auch vermehrt Fettgewebe innerhalb der Muskeln, was diese zusätzlich schwächt (Bild 2) (Kalichman et al., 2017; Ranger et al., 2017).

Bild 2: Verfettete Rückenmuskulatur

Dadurch wird auch klar warum viele Therapieformen (Schmerzmittel, Massagen, Akupunktur etc.) nur vorrübergehende Erleichterung bringen und die Symptome langfristig häufig noch schlimmer werden. Wenn die primäre Ursache, die Kraftdefizite in der tiefen Rückenmuskulatur, nicht behoben wird, nehmen die Druckbelastungen auf einzelne Segmente der Wirbelsäule im Laufe der Jahre immer mehr zu was letztendlich zu Bandscheibenvorfällen (Bild 3) und degenerativen Veränderungen der Wirbelkörper führen kann. Aus unserer Sicht ist eine Schwächung der tiefen Rückenmuskulatur durch die schmerzbedingte Schonung nahezu für alle Wirbelsäulenerkrankungen und Bandscheiben-probleme ursächlich. Wissenschaftliche Studien haben mittlerweile gezeigt, dass man durch gezieltes Training dieser Muskulatur den Rückenschmerz dauerhaft beseitigen kann und sogar strukturelle Veränderungen wie Bandscheibenvorfälle reversibel sind (Steele et al., 2014; 2015).

Die tiefe (unwillkürliche) Rückenmuskulatur lässt sich im Gegensatz zur oberflächlichen Muskulatur jedoch nicht willentlich anspannen und kann deshalb auch nicht mit den üblichen physiotherapeutischen Maßnahmen gestärkt werden. Man kann sie am ehesten mit der Herzmuskulatur vergleichen. Durch zahlreiche Studien weiß man, dass man nur durch isoliertes Training einen signifikanten Kraftzuwachs erzielen kann (Steele et al., 2015). Diese Isolierung erfolgt in speziellen, technisch aufwendigen, computergesteuerten und von einem ausgebildeten Therapeuten überwachten Maschinen.

Unsere Therapie, die medizinische Trainingstherapie nach Dr. Alfen, ist genau nach diesen beschriebenen wissenschaftlichen Kenntnissen entwickelt worden. Durch wissenschaftliche Kollaborationen mit Universitäten und anderen klinischen Einrichtungen sind wir stets bemüht unsere Therapie weiter zu verbessern und nach den neuesten Erkenntnissen zu gestalten.

Unser Ziel ist es nicht nur, dass der Schmerz sich verbessert, sondern endgültig ihr Problem (Rückenschmerz) zu lösen.

Quellen siehe Impressum