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Spine-Journal 1. April 2009

Ultrastrukturelle Analyse von Lendenwirbel-Frakturen mithilfe von OP-Gewebeproben. Rolle von Neovaskularisation und Makrophagen bei Bandscheiben-Hernien

Ausgabe: Vol 34-7-655

Autoren: Miyazaki; Yayama; Kubota; Nomura; Kobayashi; Meir; Kokubo; Uchida; Takeno; Mwaka; Baba

Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie wurden die bestimmenden Mechanismen für Spontanregressionen bei Lendenwirbelfrakturen evaluiert. Dazu wurde LDH-Patienten während der Operation entnommenes Gewebe genauer untersucht. Ziel der Studie ist es, mehr über die Rolle von Neovaskularisationen (unkontrollierte Gefäßneubildung) und Makrophagen in Hernien bei spontanen LDH-Regressionen zu erfahren Spontanrückbildungen von Lendenwirbelfrakturen wurden bereits durch bildgebende Verfahren wie MRT nachgewiesen. Dennoch lagen bislang nur wenige Studien über die pathologischen Aspekte anhand von Gewebeuntersuchungen von Hernien vor. Insbesondere gab es keine detaillierten Erkenntnisse über Makrophagen, von denen angenommen wird, daß sie in engem Zusammenhang mit spontanen Regressionen stehen. Hierfür wurden MRT-Ergebnisse und OP-Befunde von 73 Patienten herangezogen, die sich einer Operation unterzogen hatten. Die während der Operation entnommenen Gewebeproben wurden licht- und (transmissions-)elektronenmikroskopisch untersucht. In die Hernie eindringende Kapillare und Makrophagen aus Monozyten, die sich aus diesen Kapillaren bilden werden als wichtige Faktoren bei der Hernienregression angesehen. Die Makrophagen enthalten Lysosome mit Kollagen-abbauenden Enzymen, die Substanzen nach der Phagozytose aufspalten, während primäre Lysosome als Zellsekret interzellulare Substanzen wie Kollagen zersetzen. Diese beiden Prozesse spielen bei der Spontanregression eine bestimmende Rolle

Schlussfolgerung

Entzündliche Reaktionen im Umfeld einer Bandscheibenfraktur im Epiduralbereich dürften eine wichtige Rolle bei der Resorption von Bandscheiben-Hernien spielen. Allerdings können diese auch eine schädigende Auswirkung auf die benachbarte Nervenwurzel haben. Daher ist die Überwachung entzündlicher Prozesse bei Patienten mit hernierten Bandscheiben eine besondere Herausforderung

© 2009 Lippincott Williams & Wilkins, Inc

Spine-Journal 1. April 2009

Interpretation von MRT-Aufnahmen bei Patienten mit charakteristischen Bandscheiben-Hernien der Lendenwirbelsäule: Vergleich von klinischen und radiologischen Werten

Ausgabe: Vol 34-7-701

Autoren: Lurie; Doman; Spratt; Tosteson; Weinstein

Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden Studie ist eine vergleichende Interpretation von MRTs bei Bandscheiben-Hernien der LWS durch klinische Wirbelsäulenspezialisten einerseits und Radiologen andererseits. Magnetresonanztomographien sind bei Verdacht auf Bandscheiben-Hernien der LWS das Verfahren der Wahl. Es gibt Richtlinien zu einer standardisierten Beschreibung von hernierten Bandscheiben. Inwieweit jedoch diese Richtlinien in der klinischen Praxis befolgt werden, ist bislang nicht bekannt. Hierfür wurden Daten röntgenologischer Befunde von Patienten mit intervertebralen Bandscheiben-Hernien der LWS herangezogen, die an einer Forschungsstudie über die Heilungsergebnisse bei Wirbelsäulen-Patienten teilgenommen hatten. Es wurde die Häufigkeit von mit den Richtlinien übereinstimmenden morphologischen Befunden (z.B. Protrusionen, Extrusionen, Sequestrationen) mit den Ergebnissen der Kliniker verglichen, die ein Normdatenblatt im Rahmen der o.g. Studie ausgefüllt hatten. Die Übereinstimmung wurde mit Hilfe der K-Statistik in Prozent gemessen. Bei 396 Patienten wurden Daten analysiert. Große Übereinstimmung (93,4 %) zwischen Klinikern und Radiologen herrschte bei der Diagnose von Befund und Schwere der Fraktur. In 3,3 % der Fälle stellten die Kliniker einen Bandscheibenvorfall fest, während die Radiologen dies per MRT nicht nachweisen konnten. Die morphologischen Aspekte konnten in 42,2 % der Fälle durch die Radiologen nicht klar beschrieben werden. Bei 214 Fällen mit eindeutigen morphologischen Befunden war die Übereinstimmung ausreichend. Kliniker geben häufiger abnormale morphologische Kategorien an. Hinsichtlich der Axial-Verteilung und Links-.Rechts-Lokalisierung lag jedoch wieder große Übereinstimmung vor.

Schlussfolgerung

Röntgenologische Befunde lassen häufig eine ausreichend detaillierte Beschreibung der Morphologie von Bandscheiben-Hernien vermissen. Die Übereinstimmung zwischen Radiologen und klinischen Spezialisten war hervorragend bezüglich der vertebralen Frakturebene und der Ebenen-Lokalisierung, jedoch nur genügend im Bereich der morphologischen Aspekte der Hernie.

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Spine-Journal 1. Januar 2009

Kutane Innervationsstille bei der Beurteilung von leichter spondylotischer Myelopathie der Halswirbelsäule

Ausgabe: Vol 34-1-24

Autoren: Stetkarova / Kofler

Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie sollte die Rückfallquote von Bandscheibenvorfällen der LWS nach offenen Diskektomien bei aktiven jungen Männern mittels Ereigniszeitanalyse untersucht werden. Es gibt nur wenige Berichte über diese Patientengruppe, obwohl gerade sie sehr zu Bandscheibenvorfällen neigt. Zudem wird bei den bereits existierenden Untersuchungen der Zeitfaktor außer Acht gelassen. Dafür wurden die medizinischen Berichte von 241 Patienten im Alter zwischen 20 und 39 herangezogen, die sich innerhalb der letzten 14 Jahre einer offenen Diskektomie unterzogen hatten. Dieses Patienten wurden zusätzlich telephonisch befragt. Bemessungsgrundlage für einen Rückfall war einerseits die Ausbildung neuer Symptome und andererseits die Ergebnisse von Magnetresonanztomographien, bei denen ähnliche Läsionen des gleichen Segmentes wie bei der ursprünglichen Diagnose festgestellt wurden. Die Rückfallquote wurde anhand einer Ereigniszeitanalyse nach Kaplan-Meier berechnet. Für die Auswirkung von Lebensalter, Schwere und Art des Bandscheibenvorfalls wurde der Kaplan Meier Estimator herangezogen.

Schlussfolgerung

Die Ereigniszeitanalyse liefert eine genauere Einschätzung über tatsächliche Rückfallquoten. Die Gesamt-Rückfallquote lag bei 7,1 % innerhalb einer Nachuntersuchungszeit von durchschnittlich 8,55 Jahren. Die Überlebensquote lag bei 91,5 % über einen Nachuntersuchungszeitraum von 14 Jahren. Laut Analyse müßte die Rückfallquote mit fortschreitender Zeit steigen, allerdings zeigte sich, daß nach dem 9. Jahr nach Erst-OP keine Rückfälle mehr auftraten. Protrusionen weisen jedoch im allgemeinen ein höheres Rückfallrisiko auf als andere Bandscheibenvorfälle.

© 2009 Lippincott Williams & Wilkins, Inc.